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"Gutes Leben" oder Green Economy?

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai 2012

21.05.2012 - Schlechte Nachrichten: In Brasilien hat sich die Abholzungsrate des Regenwaldes gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Der Artenschwund - insbesondere in den tropischen Regionen - setzt sich fort. Und die Plünderung der natürlichen Ressourcen und Rohstoffe des Planeten geht unvermindert weiter.

Die große UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung vor zwanzig Jahren in Rio de Janeiro wollte Änderungen einleiten. Mitte Juni trifft sich die Weltgemeinschaft erneut zur Rio+20-Konferenz, um zu erörtern, was erreicht wurde. Das Zauberwort für unser bestehendes Wirtschaftsmodell lautet dabei Green Economy. Damit sollen Wirtschaft und Natur gerettet werden.

Jetzt widerspricht die COICA, der Dachverband der Indigenenorganisationen im Amazonasgebiet und Kooperationspartner des Klima-Bündnis. "Uns besorgt diese neue Form von Entwicklung, bekannt als grüne Wirtschaft", zitierte die BBC Rodrigo de la Cruz den Berater für Biodiversität und Naturschutzgebiete der COICA. "Wir verstehen das als ein Bestreben zur Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in den indigenen Gebieten".

Buen Vivir

Der Ecuadorianer Alberto Acosta, Wirtschaftswissenschaftler und Professor im sozialwissenschaftlichen Forschungsverbund FLACSO, stellt ein neues Modell vor. Unter dem Stichwort "Buen Vivir" oder "Gutes Leben" wird ein anderes gesellschaftliches Entwicklungskonzept mit globaler Relevanz diskutiert. Denn Klimawandel, Finanz- und Armutskrisen drängen zur Suche nach Alternativen zum Wachstumszwang.

Während das Konzept in Europa bisher kaum wahrgenommen wurde, hat in Ecuador und Bolivien das Recht auf ein "Gutes Leben" Verfassungsrang erhalten. Es beruft sich auf indigene Traditionen und Wertvorstellungen. Die Natur wird dabei nicht mehr als Eigentum definiert, sondern als eigenes Rechtssubjekt gesehen.

Diskutieren Sie gemeinsam mit Alberto Acosta sowie Diego Escobar und Roberto Espinoza von der COICA die unterschiedlichen Entwicklungskonzepte in Südamerika und Europa - Postwachstums- oder 2000-Watt-Gesellschaft versus "Gutes Leben" - vom 23. bis 26. Mai 2012 in St.Gallen in der Schweiz.

"Weg vom Wachstum - Wege zur 2000-Watt-Gesellschaft!"
Internationale Jahreskonferenz des Klima-Bündnis
23. bis 26. Mai 2012 in St.Gallen, Schweiz

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Die COICA mit Sitz in Ecuadors Hauptstadt Quito ist der Dachverband der neun nationalen Indigenenorganisationen im Amazonasgebiet aus Bolivien (CIDOB), Brasilien (COIAB), Ecuador (CONFENIAE), Französisch Guyana (FOAG), Guayana (APA), Kolumbien (OPIAC), Peru (AIDESEP), Surinam (OIS) und Venezuela (ORPIA).







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